Daniel
Was ist uns ein Menschenleben wert?
Aus Uganda erreichen uns permanent Bitten um Hilfe. Es sind viele Bitten, denn die Armut in dem Land ist sehr groß, und wir können nicht jedem helfen, auch wenn wir es gerne tun würden.
Vor kurzem erreichte uns eine Nachricht, die uns nicht schlafen ließ. Von Harriet, unserer Mitarbeiterin vor Ort, haben wir erfahren, dass eines unserer Waisenkinder — Daniel, sieben Jahre alt — einen geschwollenen Bauch habe und nicht am Schulunterricht teilnehmen könne. Eine ärztliche Behandlung im Hospital von Soroti sei dringend erforderlich.
Nach einem kurzen Aufruf unter den Vereinsmitgliedern von Apwoyo e. V. fanden sich spontan viele Helfer, die die ärztliche Behandlung finanzieren und Daniel ein neues Leben ohne Angst und Schmerzen ermöglichen wollten. Nachdem die Finanzierung gesichert war, konnten die Untersuchungen noch am selben Tag in die Wege geleitet werden.
Ein Gesundheitssystem, das diesen Namen kaum verdient
Uganda hat kein Gesundheitssystem, das mit unserem zu vergleichen wäre. Es gibt keine Krankenversicherung. Patienten müssen für ihren Krankenhausaufenthalt, die medizinische Versorgung und für Medikamente selbst aufkommen. Ärztliche Versorgung können sich nur wohlhabende Menschen leisten. Waisenkinder und arme Menschen bleiben meist auf der Strecke — man findet im Land viele Menschen mit verkrüppelten Gliedmaßen, weil das Geld für die notwendige Operation gefehlt hat.
Die Diagnose
Bei Daniel stellte sich heraus, dass eine Entzündung der Milz die Ursache für seine Schmerzen war. Hinzu kam, dass er stark unterernährt war. Dank der kurzfristig bereitgestellten Spendengelder konnte Daniel ins Hospital gebracht und fachärztlich untersucht werden. Es erfolgten Ultraschalluntersuchungen und Blutanalysen, er erhielt Medikamente und blieb anschließend einige Tage zur Überwachung im Krankenhaus.
Nach Aussage des behandelnden Arztes hätte Daniel das letzte Jahr ohne diese Hilfe nicht überlebt.
Und dann kam noch mehr
Zu guter Letzt spendete eine Familie aus Serrig für Daniel Lebensmittel für ein ganzes Jahr. Neben lagerfähigen Lebensmitteln erhielt er zwei weibliche Ziegen sowie eine Matratze und eine Decke — bisher musste er auf dem nackten Fußboden schlafen.
Bei meinem letzten Besuch im April habe ich Daniel erneut besucht. Er bekam noch einmal eine große Spende an Lebensmitteln. Er sah gesund aus und hatte sogar ein wenig zugenommen. Das schönste Geschenk, das er mir machen konnte, war sein Lachen — denn das hatte er für lange Zeit verloren.
Ein Sprichwort lautet: „Wer das Leben eines Kindes rettet, rettet die ganze Welt.“
Vielen Dank an alle Helfer und Unterstützer.
Ingbert
Für Notfälle wie diesen unterhalten wir das Sonderkonto „Waisenkinder in Not“ — mehr dazu unter Mitmachen & Spenden.